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Montag, 17. Mai 2010

Das war's: Landjugend auf dem ÖKT

Trübes Wetter, trübe Stimmung? Nicht mit der Landjugend! Auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag, der gestern mit einem großen Gottesdienst zu Ende gegangen ist, hatte die KLJB an vielen Stellen schlicht die Sonne im Herzen.

Trübes Wetter, trübe Stimmung? Nicht mit der Landjugend! Auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag, der gestern mit einem großen Gottesdienst zu Ende gegangen ist, hatte die KLJB an vielen Stellen schlicht die Sonne im Herzen.

 

Fotos von den Tagen in München findet Ihr [hier.]

 

Daueranlaufstelle war die Aktionsfläche „Mehr als heiße Luft“ im Dorf „Ökologie“ im Zentrum Jugend. Hier konnten die Besucherinnen und Besucher sich von der Kraft und Faszination der vier Elemente überzeugen. Das Element „Luft“ spiegelte sich in einem Bungee-Trampolin wieder, auf dem die Gäste bis zu sechs Meter hohe Luftsprünge machen konnten – begleitet von ihrem eigenen Gesang, zu dem sie der Trampolin-Betreuer animierte. Für das Element „Feuer“ stand eine mobile Hofschmiede, an der der Schmied auf Anweisung und mit Hilfe der BesucherInnen kleine Kreuze schmiedete. Ein Bauwagen mit Inspirationen zum Thema „Wasser“ lud ein zum „Chillen“ – und vor allem bot er bei Wind und Wetter ein trockenes Plätzchen. Durch einen Barfußpfad wurde ein hautnaher Kontakt mit dem Element „Erde“ vermittelt – nicht nur als Naturelement, sondern auch mit der Frage, wie dieses kostbare Gut sich durch den Klimawandel verändert. An der Aktionsfläche war trotz des etwas abgelegenen Ortes und des nass-kaltes Wetters immer etwas los. Organisiert worden war die Aktionsfläche von der  Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend im ländlichen Raum (BAG ejl) dem KLJB-Bundesverband und  dem KLJB-Diözesanverband München und Freising. An dieser Stelle ganz vielen herzlichen Dank an alle Helferinnen und Helfer - Ihr habt Großartiges geleistet!

 

Am Abend der Begegnung am Mittwoch begeisterte der KLJB-Diözesanverband Augsburg mit einem Infostand, einem Quiz und LamuLamu-Verkauf die ÖKT-BesucherInnen. Das Podcasting-Projekt „Studio Hoink“ der KLJB Paderborn präsentierte sich als Vorzeigeprojekt bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) auf dem Messegelände. Gleich nebenan fand sich der Info-Stand „Wem gehört die Schöpfung?“, an dem unter anderem KLJB-Bundesvorsitzende Monica Kleiser zum Thema Biopatentierung/Patente auf Leben informierte. Der Stand war ein Gemeinschaftsprojekt vom Internationalen Ländlichen Entwicklungsdienst (ILD), der KLB, der KLJB, dem Ausschuss für den Dienst auf dem Land in der Evangelischen Kirche in Deutschland (ADL) und der BAG ejl. Dieselben Organisationen zeichneten am Samstagnachmittag verantwortlich für eine hochkarätige Veranstaltung zum gleichen Thema - hier diskutierten Rudolf Bühler (Vorstandsvorsitzender Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall),  Vandana Shiva (Trägerin des Alternativen Nobelpreises, Neu Delhi/Indien), Bettina Locklair (Kommissariat der deutschen Bischöfe) und Dr. Maren Heincke (Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Ev. Kirche in Hessen und Nassau) über die Auswirkungen der Bio-Patentierung auf die Nahrungsmittelsituation. "Wir brauchen dringend weltweit aktive und engagierte Menschen, die sich gegen Patente auf Leben und für die Rechte von Landwirten und Verbrauchern einsetzen“, sagte Vandana Shiva. Patente auf Saatgut, auf Pflanzen und auf Tiere sind abzulehnen, darüber waren sich die kirchlichen Vertreterinnen mit der indischen Nobelpreisträgerin einig. Aus eigener Betroffenheit verdeutlichte Rudolf Bühler, was mit dem von Monsanto beantragten Patent auf eine Zuchtmethode bei Schweinen auf dem Spiel steht. „Unsere Familie betreibt seit Jahrhunderten erfolgreich die Zucht einer vor dem Aussterben bedrohten Schweinerasse. Mit der angestrebten Patentierung verfolgen multinationale Unternehmen ein ganz neues Vermarktungskonzept, das, wenn es tatsächlich anwendbar würde, das Aus für unsere Schweinezuchtbetriebe bedeutet.“ Er hoffe, dass sich die Kirchen klar und eindeutig gegen derartige lebensfeindliche Praktiken aussprechen.

 

 

KLJB-Bundesvorsitzende Monica Kleiser war eine der vier RednerInnen auf dem ÖKT-Podium „Leben im Spagat - Wie kann Leben und Arbeiten im ländlichen Raum gelingen?“. Die Podiumsteilnehmenden waren sich einig, dass ländliche Räume ohne Jugend keine Chance haben. Deshalb forderten sie eine strukturelle Förderung der Jugendarbeit, Bleibeperspektiven und allgemein gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land.

 

Bei dem Bühnenprogramm „Mit dem Rockbulli durch die Internacht“ bewiesen evangelische und katholische Landjugend aus Bayern am Freitagabend, dass jenseits der Metropolen der Bär tobt. Sie stellten innovative Projekte der ländlichen Jugendarbeit vor, zum Beispiel das MEUTE-Projekt der KLJB Regensburg. Die A-cappella-Band „Viva Voce“ aus Ansbach heizte dem Publikum mächtig ein.

 

Der KLJB-Landesverband Bayern machte am Samstagnachmittag mit einem überdimensionalen „K gewinnt“-Spielfeld (geliehen von der KLJB Passau) Lust auf die Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben und Religion. Spielleiter Michael Biermeier bekam zahlreiche kompetente Antworten auf seine Quiz- und Einschätzungsfragen – ob’s am „Konfirmlingstag“ gelegen hat? Gleich neben der Spielfläche genossen viele KLJB-Mitglieder zwischendurch einen leckeren Milchshake und informierten sich am Stand „Milch & more“ interaktiv über die Situation von Milchbauern in Deutschland, Europa, Afrika und Brasilien. Auch an diesem Angebot von Misereor und Brot für die Welt war die KLJB inhaltlich und organisatorisch beteiligt.

 

KLJB-Referentin Susanne Rauh motivierte zu Kritischem Konsum bei dem Podium „Es geht doch! Gerechter Wirtschaften ist jetzt schon möglich“. Mehr dazu auf dem BDKJ-Blog: http://bdkj.posterous.com/weltverbesserer-brainpool-beim-bdkj-podium-es

 

Auch der Abschluss-Gottesdienst (gestaltet von der katholischen und evangelischen Landjugend) war ein voller Erfolg. Lob und Infos dazu hier: http://bdkj.posterous.com/abschlussgottesdienst-im-jugendzentrum-durch